{"id":3923,"date":"2020-07-10T19:50:26","date_gmt":"2020-07-10T17:50:26","guid":{"rendered":"http:\/\/dauner-handball.info\/?p=3923"},"modified":"2020-09-13T10:39:11","modified_gmt":"2020-09-13T08:39:11","slug":"zwei-jungs-aus-der-vulkaneifel-mit-grossen-traeumen-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dauner-handball.de\/?p=3923","title":{"rendered":"Markus Willems, erfolgreicher Handballer und Gesch\u00e4ftsmann"},"content":{"rendered":"<p>Die Corona Krise beendete die Saison auch in der Rheinlandliga der M\u00e4nner. Am Ende stand der TuS Daun mit Trainer Markus Willems knapp vor dem h\u00e4rtesten Verfolger aus dem Hunsr\u00fcck, der HSG Hunsr\u00fcck. Seine letzte Saison als Meister und damit seinem gr\u00f6\u00dften Erfolg in seiner Trainerlaufbahn abzuschlie\u00dfen, war Willems nicht verg\u00f6nnt. Doch als Tabellenerster qualifizierte sich seine Mannschaft f\u00fcr die RPS Oberliga Rheinland, Willems \u00fcbergab zwischenzeitlich sein Traineramt an den neuen Coach Igor Domaschenko, wird aber Mannschaft und Coach weiterhin unterst\u00fctzend zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Schon fr\u00fch begann der 1968 geborene Dauner seine Handballlaufbahn: \u201ePraktisch mit der Einschulung in die Grundschule Daun 1974. Sportlehrer (und Handballtrainer) war damals Rainer Schwab, der im Sportunterricht sofort alle \u201eTalente\u201c rekrutierte, die halbwegs geradeauslaufen und einen Ball fangen oder werfen konnten\u201c, erinnert sich Willems. Der \u201eTop-Coach\u201c (Zitat Willems) trainierte mehrere Jugend-Mannschaften und begleitete die \u201eHandballkarriere\u201c von Willems von Beginn an bis in den Seniorenbereich. \u201eMehrere Bezirks- und Rheinlandmeisterschaften. jahrelang Mitglied der Rheinlandauswahl sowie erweiterter Kader der Westdeutschen Auswahl. Au\u00dferdem Teilnahme im Wettkampf 2, Jugend trainiert f\u00fcr Olympia in Berlin mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium\u201c, blickt Willems gerne zur\u00fcck.<\/p>\n<p>1983 spielte Daun mit der C-Jugend um die westdeutsche Meisterschaft und unterlag dem OSC Thier Dortmund knapp. \u201eIn Dortmund verloren wir mit sieben Toren Unterschied, gewannen in Daun lediglich mit 21:18. Zu diesem Spiel hatte meine Mutter, die Schriftsetzer-Meisterin&nbsp; war und eine eigene Druckerei hatte, Handzettel gedruckt, die wir an die Scheibenwischer aller parkenden Autos in Daun hingen. So hatten wir bei diesem C-Jugendspiel 250 Zuschauer und eine super Stimmung.<\/p>\n<p>Highlights in der Jugend waren sicher auch die Pfingstturniere in Daun und die Zeltlager am heutigen Standort der Wehrb\u00fcschhalle. In meiner Kindheit spielte ich bis zur A-Jugend auch noch Fu\u00dfball im Verein und in der Schule war ich in diversen Schulmannschaften Handball, Fu\u00dfball, Volleyball, Ski-Langlauf-AG, Cross-Lauf und viele mehr. In dieser Zeit hatte ich 10-11mal Training\/Spiele\/Schulsport pro Woche und in einem Schuljahr kam ich mal auf 126 entschuldigte Fehlstunden wegen Schulsports. So kam ich auch nicht auf dumme Gedanken\u201c, sagt Willems. .<\/p>\n<p>Mit 17 wechselte in Daun die komplette A-Jugend zu den Senioren in die Oberliga und stieg gleich wieder in die Landesliga (damals eins unter OL) ab, um danach sofort wieder aufzusteigen.<\/p>\n<p>Nach dem Abitur folgte das Studium der BWL in Saarbr\u00fccken und Willems wechselte f\u00fcr 3 Jahre zum Turnerbund Sankt Johann (TBS Saarbr\u00fccken) in die Oberliga. Nach einem Jahr dann der Aufstieg dort in die Regionalliga. 1992 kehrte Willems zur\u00fcck zum TuS Daun und wurde in der Saison 93\/94 dann Meister in der Oberliga und stieg mit der Mannschaft in die Regionalliga auf.<\/p>\n<p>Auch im Juniorenbereich war der Dauner Mitglied der Rheinlandauswahl und nahm 1989 am Grenzlandpokal in Ha\u00dfloch in der Pfalz teil. Diese Teilnahme wurde zum bleibenden Erlebnis f\u00fcr Willems:\u201eWir spielten mit der Rheinland-Auswahl gegen die Pfalz, das Saarland, Elsass, Lothringen sowie Luxemburg. Samstag hatten wir 2 Spiele \u00fcber die volle Spielzeit und gewannen beide, sodass wir am n\u00e4chsten Tag im Endspiel gegen Luxemburg antreten sollten, die ebenfalls ungeschlagen ins Finale gingen. Wir waren in Ha\u00dfloch am Marktplatz untergebracht, wo an diesem Wochenende \u201eungl\u00fccklicherweise\u201c die Kirmes stattfand und ein gro\u00dfes Bierzelt aufgebaut war. Ich trank, wie viel andere, zum ersten Mal in meinem Leben Andechs Klosterbr\u00e4u Doppelbock, mehrere Ma\u00dfkr\u00fcge auf n\u00fcchternen Magen nach zwei Spielen und so nahm das Unheil seinen Lauf. Am n\u00e4chsten Tag in der Mannschaftsbesprechung vor dem entscheidenden Endspiel gegen Luxemburg sagte Trainer Paul Schmidt die ber\u00fchmten Worte: \u201eJungs, wir vertreten hier das Rheinland, ihr habt gestern Spa\u00df gehabt, aber wer saufen kann, kann auch spielen\u201c. Er wurde dabei aber von unserem Torh\u00fcter Bernd Schellenbach in seiner Ansprache unterbrochen, der mit einer kurzen Bemerkung aus der Kabine rannte und auf dem Klo verschwand, um 2 Minuten sp\u00e4ter mit sichtlich erleichtertem Magen wieder bei der Mannschaft zu erscheinen. Obwohl wir alle nicht fit waren, gewannen wir das Endspiel mit 10 Toren Unterschied dank einer \u00fcberragenden Leistung von \u201eSchelle\u201c im Tor, der sehr ungew\u00f6hnliche &nbsp;Torwart-Bewegungen machte und meistens auf der Flucht erschossen wurde. Das f\u00fchrte dazu, dass die Luxemburger Spieler verzweifelten und teilweise freistehend vorm Tor abspielten. Mehrere von uns haben die Kausalit\u00e4t zwischen gutem Ergebnis und massivem Alkoholkonsum am Vorabend im weiteren Verlauf ihrer Karriere zu wiederholen versucht, aber es hat meines Wissens niemals mehr so geklappt wie an diesem Tag!\u201c<\/p>\n<p>Bleibende Erinnerungen im Seniorenbereich waren sicher auch die TechniSat-Cups und N\u00fcrburgquellen-Masters, bei denen Daun in Turnierform gegen diverse Bundesligisten antrat und man sich mal mit den Profis vergleichen konnte.<\/p>\n<p>Sein Leben ver\u00e4ndern sollte dann die Abschlussfahrt 1990 im Sunshine-Bus nach Lloret de Mar mit 17 Handballern, Trainern und Betreuern des TuS Daun. 7 Tage Vollpension in einem 3-Sterne-Hotel f\u00fcr 278 DM. Wir hatten in einem Doppeldecker-Bus in der unteren Etage 17 von 18 Pl\u00e4tzen f\u00fcr uns reserviert. Zwei h\u00fcbsche M\u00e4dels h\u00e4tten getrennt sitzen m\u00fcssen, eine oben und eine unten. So \u201eerbarmten\u201c wir uns abwechselnd jeder eine Stunde zu stehen, damit die M\u00e4dels bei uns sitzen konnten. Die dachten zun\u00e4chst an typische Saufgelage und das Gegr\u00f6le bei solchen Mannschaftsfahrten und waren dann angenehm \u00fcberrascht, wie gesittet und seri\u00f6s es bei den Handballern zugeht.&nbsp; Ich konzentrierte mich aber auf mein Skatblatt und zockte 16 Stunden nonstop Karten mit Rainer Schwab und Carsten Lindner, sodass Rainer vom Gewinn der Skatrunde bei unserer Ankunft im Hotel morgens um 10 die ersten 17 Cognac an der Hotelbar ausgab. Die Zimmer waren ja noch nicht fertig. Das dauerte auch leider bis 16 Uhr und so war erste Tag an der Hotelbar sicher anstrengender als die gesamte 18-st\u00fcndige Busreise nach Lloret. Nach der Woche brauchte ich erst mal Urlaub. Beim Aussteigen aus dem Bus \u201eriskierte\u201c ich dann doch mal einen Blick auf die beiden h\u00fcbschen Begleiterinnen und hatte den intensiven Blickkontakt und kurzen Wortwechsel mit einer der M\u00e4dels in bleibender Erinnerung. Die beiden \u201eHasen\u201c fuhren jedoch weiter nach Cambrils, meldeten sich jedoch ein paar Wochen sp\u00e4ter mit einer Postkarte bei uns, die Jochen Scheler mit ins Training brachte. In der bedankten sie sich f\u00fcr die sch\u00f6ne Fahrt und den freien Sitz im Untergeschoss. So hatte ich die Kontaktdaten und rief einfach mal in Trier an. Die \u201eBr\u00fcnette\u201c, die es mir angetan hatte, konnte sich gl\u00fccklicherweise sofort an mich erinnern. Mittlerweile bin ich mit Tina 26 Jahre verheiratet und wir haben zwei S\u00f6hne, Luca und Jannis, die nat\u00fcrlich beide Handball spielen\u201c.<\/p>\n<p>Ein paar Jahre sp\u00e4ter stieg Willems dann beim TuS als Minitrainer ein und begleitete seine S\u00f6hne ein paar Jahre bis zur B-Jugend bei ihren ersten Handballschritten.<\/p>\n<p>Beruflich entwickelte sich auch ganz gut. 1993 nach dem Studium heuerte Willems zun\u00e4chst bei TechniSat an, verkaufte im Export Satellitenempfangsanlagen und war f\u00fcr die L\u00e4nder UK und Frankreich zust\u00e4ndig. \u201e1995 sprach mich dann ein Freund an, der Maschinenbauingenieur war. Er h\u00e4tte eine gute Idee und wollte automatisierte Lager konstruieren und an Apotheker verkaufen, also Hochregale in Miniformat mit einem Roboter, der die Packungen best\u00fcckt und entnimmt und automatisch nachbestellt. Die Idee faszinierte mich und so fuhr ich nach Saarbr\u00fccken zum Manager des TBS Saarbr\u00fccken, Karl Weise, der zuf\u00e4llig Apotheker war. Er riet mir die Finger davon zu lassen und hielt nichts davon. Komischerweise spornte mich das an und auf dem Nachhauseweg traf ich dann die Entscheidung bei TechniSat zu k\u00fcndigen und&nbsp; bei meinem Kumpel im Maschinebaubetrieb anzufangen. Ein Jahr sp\u00e4ter, im Juli 1996, gr\u00fcndeten wir dann die Firma Rowa und stellten sie wirtschaftlich und finanziell mit Bundes- und Landesunterst\u00fctzung auf eigene F\u00fc\u00dfe.&nbsp;<\/p>\n<p>(der TV berichtete: <a href=\"https:\/\/www.volksfreund.de\/region\/vulkaneifel\/klares-bekenntnis-zum-standort-kelberg-us-konzern-investiert-zehn-millionen-euro_aid-39182089\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.volksfreund.de\/region\/vulkaneifel\/klares-bekenntnis-zum-standort-kelberg-us-konzern-investiert-zehn-millionen-euro_aid-39182089<\/a><\/p>\n<p>Die Idee \u201eging durch die Decke\u201c, wurde ein voller Erfolg und 2011 verkauften wir die Firma dann an einen amerikanischen Konzern. Bis heute sind die vielen hundert Arbeitspl\u00e4tze in der Eifel erhalten geblieben. Nach dem Verkauf dachte ich mir, \u201ejetzt machst Du mal ein paar Monate Pause und greifst dann wieder an\u201c. Dabei ist es bis heute geblieben. Ich habe zwar diverse kleinere Projekte gemacht und mich mit meiner Verm\u00f6gensverwaltung besch\u00e4ftigt. Einen richtigen neuen Job, habe ich aber nicht mehr angenommen.<\/p>\n<p>So hatte ich Zeit 2010 beim TuS ehrenamtlich als Herren-Trainer anzufangen, wir spielten zu dem Zeitpunkt in der Verbandsliga, stiegen nach 2-3 Jahren in die RL auf, wo wir uns kontinuierlich verbessert haben\u201c, freut sich der Ex-Coach.<\/p>\n<p>Im seinem mittlerweile zehnten Jahr als Trainer spielte Daun dann eine \u00fcberragende Saison 19\/20 und hielt sich f\u00fcr alle \u00fcberraschend lange an der Tabellenspitze. Dann kam Corona und ruckzuck war man aufstiegsberechtigt und musste pl\u00f6tzlich ein Oberliga-Team auf die Beine stellen. \u201eIch wollte bei meiner Entscheidung bleiben nach 10 Jahren eine Pause zu machen und konnte mit Igor Domaschenko einen erfahrenen Trainer gewinnen. Mit Pascal Olivier im Tor und Jannik Kuntz und Ruslan Podriezov im Feld haben wir uns gut verst\u00e4rkt. Mal sehen, wie stark die RPS Oberliga in der kommenden Saison sein wird und wir hoffen alle, dass wir bald wieder in der Halle trainieren k\u00f6nnen, was zurzeit noch nicht m\u00f6glich ist. Im Oktober soll dann die Saison wieder losgehen, wenn alles gutgeht.\u201c<\/p>\n<p>Privat hat sich beim Dauner Urgestein auch einiges getan. Seit 2017 ist Willems Opa, seit 2019 bereits zum zweiten Mal. \u201eIch freue mich nach 10 Jahren als Trainer der ersten Mannschaft jetzt viel Zeit f\u00fcr meine Enkel zu haben. Wer wei\u00df, vielleicht wiederholt sich ja die Geschichte und ich fange in 3-4 Jahren wieder als Mini-Trainer an. Ich habe in meiner Trainerzeit in der Jugend und bei den Senioren den Jungs stets zu vermitteln versucht, dass ich f\u00fcr meine berufliche Karriere beim Handball mehr gelernt habe als beim Studium oder irgendeiner anderen Weiterbildung. Teamf\u00e4higkeit, Ehrgeiz, Disziplin, Ausdauer (nicht nur k\u00f6rperliche), soziale Kompetenz sind in einem Mannschaftssport wie dem Handball wichtige Erfolgsbausteine und helfen einem in allen anderen Lebenslagen. Wir sollten nicht m\u00fcde werden unseren tollen Sport den Kindern n\u00e4herzubringen, auch wenn es heute aufgrund der vielen Alternativen, dem Internet und den Spielekonsolen nicht mehr ganz so einfach ist wie fr\u00fcher. Es lohnt sich aber,\u201c ist sich Willems sicher.<\/p>\n<p><em><strong>Quelle: mosel-handball.de<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Corona Krise beendete die Saison auch in der Rheinlandliga der M\u00e4nner. 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